Fussball, im Licht der Öffentlichkeit !

Fußball ist die Sportart Nummer eins im Land, wo man hinschaut, es dreht sich alles um Fußball.

Und es gibt sogar Leute, die sind der Meinung, dass es neben Fußball nur noch ein paar Randsportarten gibt. Machen Sie das Fernsehen an, so können sie jeden Tag in irgendeinem Programm ein Fußballspiel live miterleben, egal ob es ein Krimi ist oder nur ein Langweiler. Jetzt geht, dass sogar von untersten Klassen bis zu den ganz Großen des Geschäftes.

Die ganz Großen, dass sind die Fußball-Millionäre, reich werden durch ein wenig Fußballkunst, nach der Karriere ausgesorgt zu haben, das können zwar nur wenige sagen, aber die Hoffnung darauf haben viele. Da werden unmäßige Summen geboten, gezahlt – ja kann denn ein Mensch, der vielleicht nicht viel mehr kann, als halbwegs gut gegen einen runden Lederball zu treten, das Wert sein!

Keine Ahnung, aber die Summen werden gezahlt und die Spirale dreht sich immer weiter, weil jeder Beteiligte daran gut mitverdienen will.

Jetzt gab es früher mal viele, die Fußball gespielt haben, des Sportes willen. Die sich bewegen wollten, die gemeinsam Spaß haben wollten, die nicht so sehr nach Geld geschaut haben. Die das ganze nach der Berufsarbeit als Ausgleich gemacht haben, ja das war sogar in der Bundesliga so.

Das ist lange vorbei, bis in kleinste Amateurligen will heute niemand mehr ohne Geldfluss spielen. Betrachten wir unsere Region. Vom großen Fußball weit entfernt, wir schaffen es mit drei Vereinen gerade mal in die vierte Liga. Und doch haben wir Profiverhältnisse. Da arbeitet kaum noch ein Spieler neben dem Fußball in einem normalen Beruf, evtl. gibt es einige die mal so nebenbei ein Studium versuchen. Da werden schon Gehälter gezahlt, die in ersten 10 Jahren in der Bundesliga utopisch waren. Die Spieler führen ein prominentes Leben, fast jede Woche im Fernsehen, es vergeht kaum ein Tag, an dem über sie nicht irgendeine Meldung in der Zeitung steht. Sie sind Stars in der Region, werden gefeiert, egal auf dem Fußballplatz oder am Abend in irgendeiner In-Kneipe in der Stadt.

Ein Tor von Ihnen löst Jubelorgien aus, bei den Schützen, den Mitspielern und den Fans.  Die Fans, eine Gilde von Menschen, die nicht nur aus Spaß am Sport ins Stadion kommen. Für manche ist der Besuch des Spiels ihres Vereins eine Kult-Veranstaltung, der Ersatz für die Sonntags-Messe, die sie als Kind besuchen mussten. Sie geben ihr letztes Hemd, um ihren Verein siegen zu sehen.  Ist das alles noch normal?

Eine Unzahl Polizisten muss für Ordnung sorgen, wenn zwei unserer Viertligisten ein Derby gegeneinander spielen. Und ich bin als ein Protagonist mitten dabei, muss als Fotograf darüber berichten, obwohl ich eigentlich nur ein spannendes Fußballspiel sehen will. Ich freue mich, wenn ich die emotionale Freude eines Torschützen fotografieren darf, und frage nicht: Ist die Freude auch echt oder denkt er schon an die Prämie oder den neuen Vertrag bei einem höherklassigen Verein?